Narzissen, Klassiker im Frühlingsgarten

Narzissen, Klassiker im Frühlingsgarten

Narzissen (Narcissus) oder auch Osterglocken gehören in jeden Frühlingsgarten. Sie gehören in die Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae). Wie Tulpen und Hyazinthen kamen sie bereits im 16. Jahrhundert in unsere Gärten. Und wie diese beeindruckt die Osterglocke durch zahlreiche Sorten und Variationen, angeblich mit bis zu 24.000 Sorten! Anbei einige Beispiele von Narzissen aus meinem Garten (leider bin ich ganz ganz schlecht im Notieren der Sorten). Aber so ganz scheinen sie sich bei mir nicht wohl zu fühlen, denn über die Jahre werden die meisten Sorten wieder weniger und verschwinden dann ganz. Die Variante mit den gefüllten Blüten hat sich bei mir im Garten nicht bewährt. Zu schwer die Blüte und zu empfindlich gegenüber Wind und Regen: Die meisten Stängel knicken ab. Die Narzisse ist nicht nur eine beliebte Gartenblume, sondern sie wurde früher auch medizinell eingesetzt. Dr. Ferdinand Müller schreibt in seinem Illustrierten Kräuterbuch über die Narzisse: Gebrauch: Wenn man die etwas scharfe Zwiebel zerquetscht, mit Honig und Oel vermischt, so leistet sie bei Brandschäden gute Dienste; bei Wunden und Geschwüren ist sie ebenfalls heilsam. Die Narcissenwurzel wird auch häufig als Brechmittel gebraucht. – Gemeine oder Gelbe N. (N. pseudonarcissus), die Blumen sind gelb, einfach oder gefüllt; der Honigbehälter ist glockenförmig; geruchlos; ist im südlichen Europa zu Hause; findet sich aber auch bei uns nicht selten. Die Zwiebeln erregen frisch Erbrechen, und wirken gekocht abführend. Ist ausdauernd; blüht im März und April. Die schleimigen, bitterlichen und narkotisch-scharfen Blüthen waren früher als große Narcissenblumen gegen Keuchhusten, Hysterie, Epilepsie, Ruhren und Wechselfieber gebräuchlich. Sie erregen gleichfalls Erbrechen und ein daraus bereiteter Extrakt soll tödlich wirken. Weitere Beiträge über Vertreter der Amaryllisgewächse...
Die Christrose oder Nieswurz (Helleborus)

Die Christrose oder Nieswurz (Helleborus)

Die Nieswurze aus der Gattung Helleborus gehören mit zu den frühesten Blühern in unseren Gärten. Ihre Blüten können je nach Witterung bereits ab Januar oder Februar erscheinen und bleiben bis in den April hinein. Die Gattung gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Das Farbspektrum der Blüten der vielen Sorten reicht dabei von weiß, rosa, violett bis hin zu grün. Der Gattung der Nieswurze, die bei uns in Deutschland oft auch als als Christrosen bezeichnet werden, umfassen mehrere sehr ähnliche Arten. Dazu zählen neben der eigentlichen Christrose (Helleborus niger) auch die Arten der Grünen Nieswurz (Helleborus viridis), der Lenzrose (Helleborus orientalis) sowie die Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus). Bis in das 19. Jahrhundert hinein war die Christrose (Helleborus niger) wegen der Farbe ihrer Wurzeln auch Schwarze Nieswurz oder Schneerose genannt eine sehr beliebte Gartenblume. Mit der Einführung neuer, exotischer Arten wurde sie aber nach und nach verdrängt. In den Jahren zwischen 1870 und 1880 wurde zahlreiche neue Sorten gezüchtet. In dieser Zeit warern sie sehr beliebt, was sich aber schon bald wieder änderte. Viele Züchtungen sind somit wieder verloren gegangen. Heute sind die Helleboren weniger bekannt als viele andere unserer Gartenblumen und doch findet man sie fast in jeden Garten. Vielleicht liegt das daran, das sie ausgesprochene Schattenpflanzen sind und deswegen auch noch in den verstecktesten und dunkelsten Winkeln eines Gartens gedeihen können. Die Nieswurze sind allesamt giftig! Ihr wissenschaftlicher Name leitet sich nicht aus dem Lateinischen, sondern aus dem Griechischen ab: »Hellin« bedeutet ‚töten‘, »bora« heißt ‚Nahrung‘. Die Symptome einer Vergiftung mit Helleborus reichen je nach Dosis von Erbrechen, Delirium bis zu Bewußtlosigkeit und können sogar zum Tode führen. Jedes...
Der Huflattich (Tussilago farfara)

Der Huflattich (Tussilago farfara)

Der Huflattich (Tussilago farfara) aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae) gehört im Frühjahr mit zu den ersten Pflanzen, die blühen. Dabei erscheinen die leuchtend gelben Blüten vor den hufeisenförmigen Blättern. Die Pflanze gehört zu den alten Heilkräutern, sie war 1994 Heilpflanze des Jahres. Im Volksmund hat der Huflattich zahlreiche weitere Namen wie z.B. Breit- oder Brustlattich, Ackerlatsche, Esels- oder Rosshuf, Fohlenfuß und Hufblatt. Der Huflattich wächst oft auf Brachland, vor allem auf Baustellen oder an Straßenrändern kann er recht häufig auftreten. Er liebt durchlässigen Boden sowie warme und trockene Standorte. Im Gebirge kommt er bis in Höhen von über 2.000 Metern vor. Seine Wurzelausläufer können bis zu 2 Metern lang werden. Dank seiner schleimlösenden Inhaltsstoffe in den Blättern gehört der Huflattich zu einem der ältesten Hustenmitteln. So schreibt Herrmann Fischer in »Heilung durch die Natur« (vermutlich von 1920) zur Verwendung des Huflattichs: Der Tee von Huflattichblättern und Blüten ist sehr gut für Husten und Katarrh und wird auch als Brusttee verwendet. Aus Kräuterbüchern: Huflattich dient gegen alle Leiden der Brust, Enge des Atems, Keuchen und Husten. Man mag die Blätter sieden und den Tee trinken oder das Pulver in süßem Wein einnehmen. Die Blätter auflegen; sie lindern die Hitze und heilen die Rose. Sie sind auch als Einlage bei Scheidenbrennen sehr zu empfehlen. Bei einem solch alten Heilkraut wie dem Huflattich gibt es natürlich auch bei Dr. Ferdinand Müller in seinem Illustrierten Kräuterbuch einen ausführlichen Eintrag: Gebrauch: Die fast geruchlosen Blätter werden im Mai bis Juni gesammelt und geben ein empfehlenswerthes Mittel bei Lungenleiden, Verschleimung der Lungen und der Halsader, Luftröhrenschwindsucht. Der frisch ausgepreßte Saft der Blätter wird 3-4...
Leberblümchen, Anemone hepatica

Leberblümchen, Anemone hepatica

Das leuchtend blau bühende Leberblümchen (Anemone hepatica, früher auch Hepatica triloba) aus der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) gehört mit zu den Frühlingsboten unter unseren Wildblumen. Es kommt in lichten Laubwäldern mit kalkhaltigem Boden vor. Wo es wächst tritt es meist in größerer Zahl auf. Als Gartenform des Leberblümchens werden zahlreiche Farbvarianten angeboten, deren Blütenfarbe weiß oder blau, aber auch rosa und rot ausfallen kann. In der Natur sind die Leberblümchen bei uns in Deutschland streng geschützt. Auch wenn sie an ihren Standorten sehr zahlreich auftreten können, gehören sie doch zu den gefährdeten Arten. Der Name Leberblümchen leitet sich von den dreilappigen Blättern ab, die einer menschlichen Leber ähneln sollen. Im Mittelalter wurde deshalb auf eine heilende Wirkung bei Leberkrankheiten geschlossen. Heutzutage findet die Pflanze als Heilkraut keine Anwendung mehr. Sie gilt allerdings als schwach giftig, da sie reizende Inhaltsstoffe enthält. Dr. Ferdinand Müller schreibt in seinem »Illustrierten Kräuterbuch« (1866) über das Leberblümchen: Wenn man die frischen Blätter zerstößt und auf Wunden und offenen Geschwüre legt, so stillen sie das Bluten und wirken reinigend auf dieselben. Der Same treibt den Harn, Sand und Stein ab, wenn man ihn entweder in Wein oder Wasser kocht und dieses trinkt oder wenn man ihn pulverisiert und in Wein oder Bier einnimmt. Weitere Beiträge über Vertreter der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) Die Christrose oder Nieswurz (Helleborus) Das Buschwindröschen (Anemone nemorosa) Die Japan-Anemone (Anemone japonica) oder auch...
Wilder Krokus (Crocus vernus)

Wilder Krokus (Crocus vernus)

Krokusse kennt jeder als farbige Frühlingsblume in den Gärten. Weniger häufig trifft man auf wildwachsende Frühlingskrokusse (Crocus vernus), die sehr viel kleiner und zarter gefärbt sind als ihre Gartenform. Der Krokus gehört zur Familie der Iridaceae, den Schwertliliengewächsen. Die Krokusse auf den Bildern wachsen auf dem Schachen, einer hoch gelegenen Almwiese in der Nähe von Garmisch-Partenkirchen. Dort oben findet sich übrigens auch das Jagdschloss von König Ludwig II und der Alpengarten, einer Außenstation des Botanischen Gartens München. Diese haben so früh im Jahr allerdings noch geschlossen. Weitere Beiträge über Vertreter der Schwertliliengewächse (Iridaceae) Die Blüte der Sibirischen Schwertlilie (Iris sibirica) auf den Wiesen am südlichen...