Mit explodierenden Öl- und Gaspreisen findet diese Art zu heizen immer mehr Anhänger, das Ergebnis: auch der Holzpreis ist so hoch wie nie zuvor. Besonders betroffen sind diejenigen, die auf Feuerungsanlagen mit sogenannten Pellets gesetzt haben. Dort stiegen die Preise in diesem bis jetzt milden Winter wegen angeblicher Lieferengpässe besonders stark. Außerdem mehren sich die Stimmen, die diese Art zu heizen wegen des anfallenden Feinstaubs ablehnen.

Dabei ist das direkte Verheizen von Holz eine der sinnvollsten Arten der Nutzung nachwachsender Rohstoffe:

  • Die Nachfrage nach Holz ist in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Alternative Materialien für Baustoffe verdrängten Holz z.B. im Möbelbau oder in der Bauwirtschaft.
  • Zum Leidwesen der Holzbauern verfiel der Holzpreis in den letzten Jahrzehnten so stark, dass sich eine ertragreiche Holzwirtschaft kaum mehr gelohnt hat. Der nun auch ansteigende Holzpreis mag zwar schmerzen, aber Energie wird nun einmal generell teurer, auch beim Holz.
  • Der Windbruch der inzwischen jährlich auftretenden Jahrhundertstürme trug mit dazu bei, das die Holzpreise zunehmend verfielen und Holz minderer Qualität den Markt überschwemmte. Dieses Holz kann nun sinnvoll verwendet werden.
  • Deutschland verfügt über große Waldbestände. Die Nutzung heimischen Holzes als Energielieferant statt der eingeführten fossilen Brennstoffe kommt unserer Volkswirtschaft zugute.
  • Mit Ländern wie die Slowakei, Bulgarien und Rumänien stoßen weitere waldreiche Länder zur Europäischen Union hinzu. Auch für diese Länder ist ein starker Markt für Holz wünschenswert und hilft Europa insgesamt, seine Energieversorgung ein Stück weit vom Öl unabhängig zu machen (siehe dazu auch den Artikel > Schwedens Unabhängigkeit vom Erdöl).
  • Nicht zuletzt durch die aktuelle Diskussion um den Klimaschutz sollte das Heizen mit Holz gefördert werden, denn dies verhält sich CO2-neutral: Es ensteht bei der Verbrennung gerade soviel CO2, wie beim Wachstum des Baumes gebunden wurde.

Natürlich gibt es auch Nachteile: Der bereits erwähnte Feinstaub ist einer davon. Hier gilt es, einerseits technische Lösungen zu finden, andererseits das richtiges Verhalten, z.B. genügend lange Lagerzeiten für Brennholz, einzufordern. Die zunehmenden Hinweise auf die saubere Verbrennung von Gas und Erdöl gegenüber der Verbrennung von Holz sind somit schon eher als zynisch einzustufen. Zusätzlich zum CO2-Problem stehen die ökologischen Schäden der Öl- und Gasförderung sowie des Transports dieser Rohstoffe in keinem Verhältnis zu einer gesunden Waldwirtschaft. Und außerdem: Jeder der einen Kamin oder Holzofen besitzt möchte auf diese behagliche Art zu Heizen nicht mehr verzichten.