Am 21. Dezember 2004 verstarb der Begründer des Blumenparadieses Lennart Graf Bernadotte auf “seiner” Insel Mainau im Alter von 95 Jahren.
Lennart Graf Bernadotte wurde am 8. Mai 1909 in Stockholm geboren. Als Sohn von Prinz Wilhelm von Schweden und Maria Pawlowna Großfürstin von Russland war sein Leben als Adeliger eigentlich vorherbestimmt. Doch er wollte es anders. 1932 verzichtete er durch Austritt aus dem Königshaus aus dem Königshaus auf eine mögliche Thronfolge. Außerdem heiratete er die bürgerliche Karin Nissvandt in London, in der heutigen Zeit kein Thema mehr, damals aber sicherlich eine endgültige Abkehr vom adeligen Leben. Er folgte einfach einer anderen Bestimmung!
Die Insel Mainau gehörte zum damaligen Zeitpunkt seinen Vater, der dafür keine Verwendung hatte. Die Insel war verwahrlost und völlig verwildert. Lennart Graf Bernadotte beschloss, daraus ein Blumenparadies zu machen. Allerdings folgte kurz darauf die dunkle Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland. Bernadotte kehrte zurück nach Schweden. In dieser Zeit beschäftigte er sich mit Fotografie und der Filmerei. Nach Kriegsende kehrte er sehr schnell zurück, um weiter an seiner Vision von einer Insel Mainau als Blumenparadies zu arbeiten.
Neben der Arbeit auf seiner Insel engagierte er sich gesellschaftlich. 1955 wurde er Präsident der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft. Im Rahmen dieser Tätigkeit gründete er den Wettbewerb “Unser Dorf soll schöner werden” sowie den “Deutschen Rat für Landespflege”. Weiterhin läßt sich die “Grüne Charta der Mainau” auf sein Bestreben zurückführen, die bereits 1961, als in Deutschland noch nichts von einer grünen Bewegung zu spüren war, Regeln für den Umgang mit der Natur aufstellte.
Sein zeitlebens aktives Leben, dem auch neun Kinder entstammen, vier aus erster Ehe und nochmals fünf aus der zweiten Ehe mit seiner späteren Assistentin Sonja Haunz, endete am 21. Dezember 2004. Er verließ “seine Insel” im Alter von 95 Jahren für immer. Er ist Ehrenbürger der Städte Lindau und Konstanz und ist Träger des “Großen Bundesverdienstkreuzes” sowie des “Großkreuzes der Weißen Rose” von Finnland, ihm wurde weiterhin Albert-Schweitzer-Medaille verliehen. Die Universitäten Hohenheim und Uppsala verliehen ihm die Ehrendoktorwürde.
