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Startseite > Forscher & Entdecker > Bruce Chatwin

Ein Reiseschriftsteller der alten Schule: Bruce Chatwin

Eigentlich passt Bruce Chatwin nicht unbedingt in die Reihe von Naturforschern und Forschungsreisenden. Aber seine Art zu Reisen und die Dinge zu sehen und zu beschreiben, die ihm auf seinen Fahrten begegneten, reiht sich meiner Meinung nach ohne Zweifel in die Tradition der Forschungsreisenden früherer Zeiten ein.


Wie könnte man es sich sonst erklären, daß er auf der Suche nach einem Stück Fell, das angeblich von einem Brontosaurus stammen soll, in Wahrheit aber von einem Riesenfaultier (Mylodon listai) stammte, ganz Patagonien durchstreifte [In Patanonien, 1977] oder den Traumpfaden der Australier durch ihren Kontinent folgt [The Songlines (Traumpfade), 1987]. Weitere Reisen führten nach Afghanistan, in die damalige Sowjetunion und Osteuropa und Westafrika.

Seine unvoreingenomme und vorurteilslose Haltung gegenüber allem Fremden und Unbekannten läßt sich sonst nur noch in den Reisetagebüchern A. von Humboldt's finden [Voyage de Humboldt et Bonpland, 1814], der mit einer ähnlichen Begeisterung den südamerikanischen Kontinent bereiste.

Geboren wurde Chatwin 1940 in Sheffield, England. Bevor er als Reiseschriftsteller durch die Welt streifte, arbeitete er bei Sotheby's und als Journalist bei der »Sunday Times«. Mit dem Buch »The Songlines« wurde er weltberühmt, nur konnte er selbst seinen Erfolg nicht mehr geniessen, er starb bereits 1989 im Alter von 49 Jahren in Nizza.

 
 
 
© Thomas Schmidt
Stand 26. September 2005