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Conrad Gesner

Conrad Gesner war ein ruheloser Geist in vielen Disziplinen. Er war Kenner des lateinischen und griechischen Altertums, beschäftigte sich auch mit Medizin, Zoologie und Botanik.


Conrad Gesner wurde am 26. März 1516 in Zürich, Schweiz geboren. Als Sohn eines mittellosen Kürschners (Pelzhändlers) fiel sein Lerneifer schon in jungen Jahren auf, so kam er in den Haushalt seines Großonkels. Dieser Großonkel verdiente sein Geld mit dem Sammeln und Anpflanzen von medizinisch wirksamen Kräutern, so daß Conrad Gesner schon sehr früh in Kontakt mit der Medizin und der Botanik kam. Daraus entweickelte sich ein lebenslanges Interesse an der Natur.

In der Schule beeindruckte Gesner seine Lehrer durch die Leichtigkeit, mit der er die lateinischen und griechischen Klassiker las (?), was zur Folge hatte, das gleich mehrere seiner Lehrer sich für die Fortführung seiner Erziehung und seiner Ausbildung einsetzten. Ein Lehrer übernahm die Vaterrolle, nachdem Gesners leiblicher Vater durch religiöse Unruhen der Zeit 1531 ums Leben kam. Ein anderer gewährte ihm Kost und Logis für drei Jahre und ein dritter schickte ihn später auf eine höhere Schule nach Straßburg. Zusammen ermöglichten sie Gesner ein anschließendes Studium in Bourges und Paris.

Im Alter von 19 Jahren heiratete Gesner eine junge Frau ohne Mitgift was seine Förderer allerdings nicht verärgerte: sie fanden eine Anstellung als Lehrer für ihn Zürich und erreichten sogar eine bezahlte Unterbrechung seiner Tätigkeit, um in Basel Medizin zu studieren.

Diese Unterstützung durch seine Gönner dankte Gesner mit einer Vielzahl von Veröffentlichungen und Arbeiten, insgesamt um die 70, wie zum Beipiel ein griechisch-lateinisches Wörterbuch (1537). Im Alter von 21 war Gesner bereits Professor für Griechisch in Lausanne. Drei Jahre brachten im genug Geld ein, um sein Studium der Medizin fortzuführen und erhielt 1541 die Doktorwürde. Den Rest seines Lebens verbrachte er als praktizierender Arzt in Zürich, lehrte aber nebenbei am »Collegium Carolinum«.

Trotz dieser Vielzahl von Aufgaben und einer angeblich angeschlagenen Gesundheit unternahm er zahlreiche Exkursionen, zum Beispiel 1555 die Besteigung des Pilatus, und führte seine Forschungen auch auf den Gebieten der Zoologie und Botanik weiter. Einem fünfbändigen Kompendium über die Tierwelt (lebendgebärende Vierbeiner, eierlegende Vierbeiner, Vögel, Fische und andere wasserlebende Tiere sowie der letzte Band über Schlangen) folgte ein ähnliches aber nie vollendetes Werk über Pflanzen. Seine naturwissenschaftlichen Werke wurde mit einer immensen Anzahl von Holzschnitten illustriert. Sein Schaffensdrang fand nach nur 49 Jahren eine Ende, er starb am 13. Dezember 1565 in Zürich.

 
 
 
© Thomas Schmidt
Stand 26. September 2005