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Teil 1 des Portaits von Philipp Franz von Siebold.
Aber soviel Neugier und Forschergeist erregt in dem Ausländern gegenüber sehr kritischen Japan schnell auch Aufmersamkeit andere Art: durch Intrigen wird ihm vorgeworfen, als Spion tätig zu sein. Er wird angeklagt und darf das Land nicht mehr verlassen. Sein Haus wird durchsucht, er selbst durch Ordnungskräfte observiert. Ab diesem Zeitpunkt legt sich ein Schatten über seine Japanbegeisterung. Vielen seiner japanischen Freunde ergeht es schlecht, sie werden der Kollaboration mit einem ausländischen Spion angeklagt und verhaftet. Von Siebold kann es aber erreichen, das sie alle wieder frei kommen. Sein Urteil ist für ihn nicht weniger dramatisch, er wird für immer aus Japan verbannt und muss die Insel mit dem nächsten Schiff verlassen. Das bedeutet auch die Trennung von seiner japanischen Familie. Er verlässt Nagasaki 1829 mit dem Schiff Java und kehrt nach 7 Jahren über einen kurzen Zwischenhalt in Batavia nach Europa zurück.
Wieder zurück in Europa
In Europa wird von Siebold als erfolgreicher Arzt und Wissenschaftler empfangen. Er wird vom holländischen König Wilhelm I. für die Auswertung seiner Sammlung bei vollem Gehalt freigestellt. Trotzdem wird er zum Oberstabsarzt des Niederländisch-Indischen Heeres ernannt und erhält das Ritterkreuz vom Orden der Niederländischen Löwen. Seine Heimatstadt Würzburg ehrt ihn mit der Verleihung der Doktorwürde in Philosophie.
In Leiden, wo er sich niederläßt, trifft er einen alten bekannten aus Java wieder: Dr. Karl Ludwig Blume. Dieser verwaltet nun das Reichsherbarium von Holland und unterstützt von Sieblod bei der wissenschaftlichen Bearbeitung der umgfangreichen Sammlung. Ein weiterer Helfer ist der Botanikprofessor Gerhard Zuccarini aus München. Viele der heutigen aus Asien stammenden Gartenpflanzen tragen den Namenszusatz (Sieb. & Zuc.), das darauf hinweißt, das diese Arten zuerst von Zuccarini und von Siebold bestimmt und beschrieben wurden.
Ein weiteres Ziel von von Siebold ist die Herausgabe des von ihm geplanten Gesamtwerkes über Japan: Nippon, Archiv zur Beschreibung von Japan, die Flora Japonica und die Fauna Japonica. Zur Umsetzung dieses teuren Plans bereist er zahlreiche Höfe Europas um diese für die Finanzierung zu gewinnen. Im Zuge dieser Reisen begegnet er in Berlin auch seinem früheren Vorbild Alexander von Humboldt. Die beiden Männer, die viele Gemeinsamkeiten haben, freunden sich dauerhaft an. In Leiden legt er einen Garten an, in dem viele von ihm mitgebrachte Pflanzen kultiviert und an das Klima in Europa anpasst. Er verfolgt die Idee, möglichst viele dieser Pflanzen in europäischen Gärten anzusiedeln. Dazu gehören u.a. Clematis, Baumpäonien, Deutzien, Funkien, Ahorne und die für Japan so typischen Koniferen. Er geht sogar soweit, das er ein eigenes Gartenbauunternehmen gründet, über das er den Versand der Gartenpflanzen nach ganz Europa organisiert. Privat lernt er als 50-Jähriger die nur halb so alte Helene Ida Caroline Freiin von Gagern kennen. Sie heiraten und bekommen noch fünf Kinder, drei Söhen und zwei Töchter.
Und noch einmal nach Japan
Seine gesamte Zeit in Europa bleibt von Siebold ein rastloser Mann, der immer davon träumt, nach Japan zurückkehren zu können. Die Chance rückt näher, als Japan sich 1853 wieder dem Welthandel öffnet und 1855 den Bann gegenüber von Siebold aufhebt. Es dauert aber noch weitere drei Jahre, bis er als 63-jähriger Mann gemeinsam mit seinem 12-jährigen Sohn Alexander die Reise nach Japan antreten kann. Sein inzwischen 90-jähriger Freund von Humbold wünscht ihm für die Reise alles Gute. In Nagasaki trifft er seine japanische Frau wieder, die ihn nach diesem einen Treffen aber nicht mehr sehen möchte. Seine izwischen 33-jährige Tochter Ine begleitet ihn aber auf seiner Reise durch Japan. Sie ist inzwischen eine angesehene Ärztin und Hebamme. Von Siebold selbst etabliert sich wieder in kürzester Zeit in der japanischen Gesellschaft und erhält einen Lehrauftrag in Edo. Auch sein Sohn erlernt die japanische Sprache sehr schnell und beginnt sich für das Land zu begeistern. Als die Holländer einen schlechten Einfluss auf ihre Handelsbeziehungen mit Japan durch von Siebold befürchten, setzen sie durch, das von Siebold seinen Lehrauftrag verliert. Enttäuscht kehrt er daraufhin 1867 nach Europa zurück. Sein Sohn allerdings wird als 15-jähriger wegen seiner hervorragenden Landes- und Sprachkenntnisse von einer englischen Delegation als Dolmetscher eingestellt und bleibt in Japan.
Zurück in Europa bricht von Siebold nach den erfahrenen Kränkungen ganz mit den Holländern und lebt in Deustchland. Im Rahmen von Vorbereitungen für eine Japanausstellung in München erkrankt er so schwer, das er kurz darauf am 18. Oktober 1866 im Alter von 70 Jahren stirbt. Von Sieblod lebt aber noch heute in vielen aus Asien stammenden Gartenpflanzen wie Lilien, Hortensien oder Ahornen weiter.
Teil 1 des Portaits von Philipp Franz von Siebold.