Der Garten der Artenvielfalt – ein Besuchergarten im Trentiner Nonstal

Der Garten der Artenvielfalt – ein Besuchergarten im Trentiner Nonstal

Das Obere Nonstal welches im Italienischen Trentino liegt wurde schon sehr früh besiedelt. Die sonnenexponierte Lage des Tales, welches von warmen Südströmungen auch bis in Höhenlagen günstig beeinflusst wird, machte eine Vielzahl von Kulturen möglich.

Maso Plaz, Garten der Artenvielfalt

Maso Plaz, Garten der Artenvielfalt
Bildquelle: Simon Margesin

Schon die Römer haben wahrscheinlich den Obstbau hier eingeführt auch wenn es schon nachweisliche Siedlungen aus Neolithikum und Bronzezeit gibt. Lokale Apfel und Birnen- Sorten wurden über die Jahrhunderte selektiert und haben sich perfekt an diese Klimazonen angepasst. Andere Kulturen waren verschiedene autochthone Getreidesorten und Sonderkulturen wie z.B. die Zucht von Seidenraupen mit Maulbeerbäumen welche seit dem 17. bis ins 20. Jhr. im Nonstal betrieben wurde.

Sommer im Garten der Artenvielfalt

Sommer im Garten der Artenvielfalt von Maso Plaz
Bildquelle: Simon Margesin

Mit dem Aufkommen der Industriellen Landwirtschaft wurde diese Vielfalt gefährdet und zum Teil wurden viele Alte Kultursorten verloren. Aus diesem Grund hat sich eine Südtiroler Gärtnerfamilie auf die Suche nach alten und fast verlorenen Sorten gemacht und diesen „Funden“ in einem ansprechenden Landschaftsgarten für Besucher ein Neues Zuhause gegeben.

Familie Margesin, welche den Plaz Hof in Brez (TN) seit 15 Jahren führt, hat diesen Garten der Artenvielfalt nach Permakulturprinzipien und mit über 30 jähriger Erfahrung im Bio Anbau und im Landschaftsgartenbau angelegt.

Insektenvielfalt im Garten der Artenvielfalt von Maso Plaz

Insektenvielfalt im Garten der Artenvielfalt von Maso Plaz
Bildquelle: Simon Margesin

Die verschiedenen Bereiche des Gartens können über Lernpfade und über eine Gartenführung erkundet werden. Es gibt Beispiele von Modernen Zen- Gärten über pflegeleichte Gartengestaltungen mit Stauden bis hin zum klassischen Gemüse- Mischgarten. Es können verschiedenen Kulturen von Beerenobst und Anbau von historischen Tomaten- Sorten und Kürbissen begutachtet werden. Überraschend ist immer wieder wie gut diese wärmeliebenden Pflanzen auf fast 1000 Metern gedeihen und schmecken.

Herbst- und Erntezeit im Garten der Artenvielfalt

Herbst- und Erntezeit im Garten der Artenvielfalt
Bildquelle: Simon Margesin

Herzstück des Projekts ist der essbare Waldgarten. In diesem bilden alte Obst- Sämlinge in je 7 m Abstand und in Wellenform ein „Dach“ für einen Blühenden Unterbewuchs. Würz- und Heilkräutern bekommen gegen Süden reichlich Sonne ab und robuste Stauden und Dauerblüher schützen gegen Norden hin. Dieser Garten welcher über alle Sinne erkundet und saisonal auch „verkostet“ werden kann ist von verschiedenen Gewässern und Naturteichen umrandet, welche ein günstiges Klein-Klima zusätzlich fördern.

Autor: Simon Margesin

Weitere Informationen zum Garten der Artenvielfalt