Die Stockrose (Alcea rosea)

Die Stockrose (Alcea rosea, früher auch Althaea rosea oder Althaea sinensis) aus der Familie der Malvengewächse (Malvaceae) ist eine unverzichtbare Pflanze im Bauerngarten. Die Pflanze kam im 16. Jahrhundert zu uns und stammt aus dem östlichen Mittelmeergebiet und Asien. Andere Namen der Stockrose sind Bauernrose, Pappelrose oder Stockmalve. Die Blüten der Stockrose gibt es in vielen Farbvarianten, das Spektrum reicht von weiß, gelb, rosa, violett bis zu einem kräftigen rot, fast schwarz. Mit ihren bis zu 2 Meter hohen Blütenständen prägt die Stockrose im Sommer das Bild eines Gartens, sie benötigt also etwas Platz im Beet. Die Pflanze ist zweijährig, d.h. die Blütenstände erscheinen erst im zweiten Jahr. Manche Sorten können auch mehrjährig sein. Neben der Verwendung als Zierpflanze im Garten wird der Tee aus den Blüten der Stockrose als Heilmittel bei Husten und Entzündungen im Hals getrunken. Mit den tiefschwarzen Blüten einiger Sorten wurde früher Wein gefärbt, was ihm eine kräftigere Farbe verleiht. Diese Methode war so verbreitet, dass Stockrosen sogar auf dem Feld angebaut wurden und die getrockneten Blüten exportiert wurden. Man kann die Blüten also problemlos als natürliche Lebensmittelfarbe verwenden, zum Beispiel für Tee. Noch einige Fotos der prächtigen Stauden: Ähnliche Beiträge über Pflanzen aus der Familie der Malvaceae Tassilolinde bei Wessobrunn,...

Die Schachbrettblume (Fritillaria meleagris)

Die Schachblume oder auch Schachbrettblume (Fritillaria meleagris) ist die kleine, zarte Schwester der stämmigen Kaiserkrone (F. imperialis) aus der Familie der Liliengewächse (Liliaceae). Sie wurde vermutlich ab Mitte des 16. Jahrhunderts bei uns als Gartenpflanze eingeführt, der eigentliche Ursprung ist unklar. Sie hat sich zwar in ganz Mitteleuropa ausgewildert, ist aber trotzdem sehr selten zu finden und ist deshalb geschützt. 1993 wurde sie zur Blume des Jahres gekürt. Besonders reizvoll sind die zarten, purpurfarbenen Blüten mit ihrem typischen Schachbrettmuster. Es gibt auch weiße Blütenfarben mit einem weniger stark ausgreprägten Schachbrett. In einem alten Buch habe ich für die Schachbrettblume auch noch die Bezeichnung „Kiebitzei“ gefunden. Außer als Gartenpflanze gibt es keine weitere Verwendung, denn die Pflanze ist giftig und enthält verschiedene Alkaloide. Vergiftungen können zu Erbrechen, Krämpfen und Kreislaufproblemen führen, bei geschwächten Personen oder Kindern sogar zum Tod durch Herzstillstand führen. Ähnliche Beiträge über Fritillaria Kaiserkrone (Fritillaria imperialis), ein Klassiker im...

Heilkraut und Färberpflanze: der Echte Alant (Inula helenium)

Der Echte Alant (Inula helenium) wurde über Jahrhunderte als Heilkraut, Würzmittel und Fäberpflanze genutzt. Heute ist er allerdings nur noch selten zu finden, meist als Zierpflanze im Garten. Die Pflanze, die zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) gehört, hat dank ihrer vielseitigen Verwendbarkeit zahlreiche regionale Trivialnamen erhalten. Gefunden habe ich zum Beispiel folgende Namen: Alantwurz, Darmkraut, Darmwurz, Edelwurz, Glockenwurz, Großer Heinrich, Helenenkraut, Ordenskopf oder Schlangenkraut. Medizinisch wurde die Wurzel unter der Bezeichnung Helenii radix oder Helenii rhizoma bereits im Altertum genutzt. So beschreiben die Griechen Theophrast und Dioskurides sowie der Römer Plinius die Anwendung der Wurzel bei Atemwegserkrankungen oder bei Störungen im Magen-Darm-Bereich. Eine Art Alantwein wurde im Mittelalter potio Paulina genannt und als Allheilmittel eingesetzt. Neben der medizinischen Verwendung wurde der Alant aber auch als Würzmittel genutzt. Der Echte Alant kann weiterhin zur Farbherstellung genutzt werden. Gemischt mit Teilen der Esche und mit Blaubeeren, das Ganze in Urin eingelegt, soll er einen blauen Farbstoff ergeben. Außerdem ist die Wurzel des Alants Bestandteil bei Räucherritualen. Imker lieben ihn, da er eine hervorragende Bienenweide ist. Dr. Ferdinand Müller schreibt in seinem Illustrierten Kräuterbuch über den Echten Alant: Von dieser Pflanze haben wir die berühmte Alantwurzel, welche im Frühling oder Herbst eingesammelt werden muß, und die sehr stark eigenthümlich gewürzhaft, kampferartig riecht, bitterlich scharf und schleimig schmeckt, in den Officinen in schweren, grauen holzigen Stücken sich findet und in diesem Zustande einen schwach veilchartigen Geruch und milden Geschmack hat. Diese Wurzel enthält flüchtiges, krystallinisches Oel, Weichharz, Wachs, Extractivstoff, Gummi, Satzmehl, Inulin und einige Salze, daher ihre allbekannte kräftigende und auflösende Wirkung auf die Schleimhäute der Lungen. Form und Gabe: Ist besonders in...

Kaiserkrone (Fritillaria imperialis), ein Klassiker im Bauerngarten

Kaiserkronen (Fritillaria imperialis) gehören zu den klassischen Blumen eines Bauerngartens. Ihre Blüten sind meist gelb oder orange. Sie erscheinen an einem recht hohen, recht kräftigen Blütenstand, der seinem Namen Kaiserkrone alle Ehre macht. Sie gehören zur Familie der Liliengewächse (Liliaceae). Die Pflanzen kamen angeblich aus dem Orient zu uns, werden aber mindestens seit dem 16. Jahrhundert bei uns als Gartenpflanze kultiviert. Der strenge und unangenehme Geruch der Blumenzwiebel soll angeblich Wühlmäuse abschrecken. Obwohl die Pflanze selbst giftig ist, findet man sie trotzdem oft als begleitende Zierpflanze im oder in der Nähe eines Gemüsegartens. Wie alle Vertreter der Gattung Fritillaria ist auch die Kaiserkrone giftig. Bei Dr. Ferdinand Müllers Illustriertem Kräuterbuch habe ich nur folgenden Hinweis gefunden: Der Honigsaft der Blüthen erregt Erbrechen, die Zwiebelknollen sollen giftig wirken. Ähnliche Beiträge Die Schachbrettblume (Fritillaria meleagris) Die Schopflilie oder Ananaslilie (Eucomis bicolor) Eine der beliebtesten Gartenblume: die...

Die Dahlie, eine der klassischen Gartenblumen

Mit Rosen und Tulpen gehören Dahlien – früher bei uns unter dem Namen Georginen bekannt – zu den klassischen und beliebtesten Gartenblumen. Kaum ein Garten in unserem Kulturkreis, in dem nicht im Sommer die zum Teil sehr barocken und farbintensiven Blütenkugeln zu finden sind. Ihre Karriere begann sie allerdings erst sehr spät mit der Entdeckung Amerikas. Dort entdeckten sie die spanischen Eroberer auf ihren Feldzügen in Mexiko in den prächtigen Gärten der Azteken. Es sollte aber noch mehr als 200 Jahre dauern, bis diese Gartenblume ihren Weg zu uns über den Atlantik fand. Bereits die Azteken im alten Mexiko schätzten die Dahlie als Blume für ihre prachtvollen Gärten. Um so erstaunlicher ist, das es noch gute 200 Jahre dauerte, bis die Pflanze nach Europa gelangte. Der Direktor des Botanischen Gartens von Mexiko Stadt, Vincente Cervantes, sandte Samen – angeblich der Dahlia pinnata – nach Europa. Die nach dem schwedischen Botaniker Andreas Dahl (1751 – 1789) benannte Dahlie blühte daraufhin im Jahre 1791 zum ersten Mal auf europäischem Boden: im Botanischen Garten von Madrid (Real Jardin Botanico de Madrid). Auch Alexander von Humboldt sandte 1804 von seiner Südamerikareise Dahlien-Samen an den Botanischen Garten Berlin. Bereits zwei Jahre später blühten dort 55 Pflanzen. Der Startschuss für einen unaufhaltsamen Siegeszug durch die europäischen Gärten. Der Erfolg ist nicht zuletzt auf die Wandelbarkeit der Blüte in Form und Farbe zurückzuführen. In der Natur kommen in der Gattung Dahlia 27 Arten vor. Alle stammen aus einem Gebiet das sich von Mexiko bis ins zentrale Südamerika erstreckt. Unsere Gartendahlien (Dahlia x hortensis) dürfte viele Eltern aus dem Kreis der ursprünglichen Arten haben. Als zwei sichere...

Gelbe Taglilie (Hemerocallis flava)

Diese Gelbe Taglilie bei mir Garten ist vermutlich Hemerocallis flava. Welche Art es genau ist, kann ich ehrlicherweise nicht sagen, wie so viele Pflanzen habe ich diese auch von Nachbarn geschenkt bekommen. Ich habe viele ähnliche Fotos gefunden, wo diese Pflanze den lateinischen Namen H. lilioasphodelus trägt. Jedenfalls wächst und gedeiht sie seit vielen Jahren im Blumenbeet. Mit der Rotbraunen Taglilie (Hemerocallis fulva) gehört die Gelbe Hemerocallis seit Jahrhunderten bei uns zu den beliebten Gartenblumen. Georg Schlenker schreibt in seinen Botanischen Streifzügen in Haus und Garten über die Pflanze: Noch schöner als die die erste Art [H. fulva] ist die lieblich duftende gelbe Taglilie, H. Flava, deren einzelne Blüten aber fünf bis sechs Tage dauern. Beide aus Südeuropa und Asien stammende Arten kommen bei uns auch verwildert vor und sind Tagfalterblumen. Eine Abbildung der Pflanze habe ich sogar bei Curtis (Vol I, von 1797) gefunden, dort wird sie als Hemerocallis flava...