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Bereits die Azteken im alten Mexiko schätzten die Dahlie als Blume für ihre prachtvollen Gärten. Um so erstaunlicher ist, das es noch gute 200 Jahre dauerte, bis die Pflanze nach Europa gelangte. Der Direktor des Botanischen Gartens von Mexiko Stadt, Vincente Cervantes, sandte Samen - angeblich der Dahlia pinnata - nach Europa. Die nach dem schwedischen Botaniker Andreas Dahl (1751 - 1789) benannte Blume blühte daraufhin im Jahre 1791 zum ersten Mal auf europäischen Boden, im Botanischen Garten von Madrid, dem Real Jardin Botanico de Madrid. Auch Alexander von Humboldt sandte 1804 von seiner Südamerikareise Dahlien-Samen an den Botanischen Garten Berlin. Bereits zwei Jahre später blühten dort 55 Pflanzen. Der Startschuss für einen unaufhaltsamen Siegeszug durch die europäischen Gärten. Der Erfolg ist nicht zuletzt auf die Wandelbarkeit der Blüte in Form und Farbe zurückzuführen.
In der Natur kommen in der Gattung Dahlia 27 Arten vor. Alle stammen aus einem Gebiet das sich von Mexiko bis ins zentrale Südamerika erstreckt. Unsere Gartendahlien (Dahlia x hortensis) dürfte viele Eltern aus dem Kreis der ursprünglichen Arten haben. Als zwei sichere Kandidaten gelten dabei Dahlia pinnata und Dahlia coccinea. Eine weitere erwähnenswerte Art ist die Dahlia imperialis: Eine Baumdahlie, die an ihrem Heimatstandort an die 6 m Höhe erreichen soll.
In einem Register der Horticultural Society of London wurden im Jahre 1836 bereits 700 unterschiedliche Formen gelistet, im Jahre 1969 sollen es angeblich sogar 150.000 (!) gewesen sein. Anderen Quellen kann man entnehmen, dass es aktuell ca. 800 anerkannte Sorten der Dahlien gibt, immer noch eine enorme Menge. Während die ersten Dahlienblüten noch einfach gebaut sind, entstehen bald die ersten gefüllten Blütenformen. Diese entstehen durch zunehmende Ausprägung der Staubblätter als Blütenblätter. Die Sortenvielfalt ist nach wenigen Jahrzehnten kaum mehr zu überblicken. Es wird schnell ein System von Kategorien eingeführt, das die Einteilung der Sorten nach Form der Blüten erlaubt. So existieren zum Beispiel folgende Gruppen:
Dahlien sind nicht winterhart. Ihre Knollen müssen mit dem ersten Frost ausgegraben werden und in mit Sand gefüllten Kisten kühl aber frostsicher eingelagert werden. Im Frühjahr können sie erst wieder ins Beet verpflanzet werden, wenn Erde bereits von Sonne erwärmt wird und strenge Nachtfröste nicht mehr auftreten, das ist je nach Lage oft erst Mitte bis Ende Mai der Fall. Ein anderes Problem: Die jungen Triebe sind für Schnecken eine beliebte Kost.