Neophyten: das Indische Springkraut (Impatiens glandulifera)

Neophyten: das Indische Springkraut (Impatiens glandulifera)

Zu den Neophyten, also den bei uns neu eingewanderten Pflanzen zählt das Indische Springkraut oder auch das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) der Familie der Balsaminengewächse (Balsaminaceae). Ursrünglich stammt es aus den wasserreichen Tälern des Himalaya. Aber so neu ist die Pflanze bei uns gar nicht, denn sie wurde bereits zu Beginn des letzten Jahrhunderts als Zierpflanze bei uns eingeführt. Aus den Gärten hat sich das anspruchslose Springkraut dann aber sehr schnell und erfolgreich ausgebreitet und ist bei uns inzwischen an schattigen, feuchten und nährstoffreichen Standorten sehr oft anzutreffen. Georg Schlenker beschreibt sie in seinem Buch »Botanische Streifzüge in Haus, Hof und Garten« (Ohne Jahreszahl, vermutlich um 1930 herum) als schöne Gartenpflanze und gibt Hinweise zur Pflege der Staude.

Neophyten: das Indische Springkraut (Impatiens glandulifera)

Als Kinder haben wir immer voller Begeisterung die Samenkapseln aufspringen lassen. Sobald sie reif sind explodieren sie förmlich bei der kleinsten Berührung und sie schleudern ihre Samen in alle Richtungen. Das einjährige Kraut verbreitet sich auf diese Weise sehr effektiv, was bei viele Naturschützern zunehmend auf Missbilligung stößt. Ich lese immer öfter Aufrufe zur Mithilfe, wenn es darum geht, Neophyten wie das Indische Springkraut oder den Riesenbärenklau (Heracleum giganteum) als ungeliebte Einwanderer wieder los zu werden. Die Pflanzen verdrängen natürlich viele einheimische Pflanzen von ihren Standorten. Andererseits dürfte es illusorisch sein, dass man diese Pflanzen aus der heimischen Flora wieder verdrängen kann.

Indisches Springkraut (Impatiens glandulifera) mit fast weißen Blüten

Laut dem Artikel auf Wikipedia zum Indischen Springkraut kann man das wuchernde Kruat allerdings recht einfach durch frühzeitigen Schnitt in Schach halten. Diese Prozedur muss man über mehrer Jahre hinweg durchführen, da der Samen bis zu 5 Jahre hinweg keimfähig bleibt. Die andere Möglichkeit ist es, durch Vermeidung von Eutrophierung (= Verschmutzung durch Düngemittel) der Pflanze die Nahrungsgrundlage zu entziehen und damit den heimischen Pflanzen wieder eine Chance gibt, sich gegen den Eindringling durchzusetzen. Über einen medizischen Nutzen der Pflanze habe ich nichts gefunden, lediglich den Hinweis, dass sie schwach giftig ist.