Startseite > Pflanzen > Nieswurz (Helleborus)
Bis in das 19. Jahrhundert hinein war die bei uns auch wild heimische Christrose (Helleborus niger) - wegen der Farbe ihrer Wurzeln auch Schwarze Nieswurz oder Schneerose genannt - eine sehr beliebte Gartenblume. Mit der Einführung neuer, exotischer Arten wurde sie aber nach und nach verdrängt. Die häufigsten dieser neuen Arten, die bei uns in Gärten angetroffen werden, sind die Grüne Nieswurz (Helleborus viridis), Helleborus orientalis und Helleborus foetidus. In den Jahren zwischen 1870 und 1880 wurde zahlreiche neue Sorten gezüchtet. In dieser Zeit warern sie sehr beliebt, was sich aber schon bald wieder änderte. Viele Züchtungen sind somit wieder verloren gegangen. Heute sind die Helleboren weniger bekannt als viele andere unserer Gartenblumen und doch findet man sie fast in jeden Garten. Vielleicht liegt das daran, das sie ausgesprochene Schattenpflanzen sind und deswegen auch noch in den verstecksten und dunkelsten Winkeln eines Gartens gedeihen können.

Helleborus orientalis, man erkennt schön den Ring der als Nektardrüsen ausgeprägten Blütenblätter, der die Staubblätter umfasst.
Die Nieswurze sind allesamt giftig! Ihr wissenschaftlicher Name leitet sich nicht aus dem Lateinischen, sondern aus dem Griechischen ab: »Hellin« bedeutet 'töten', »bora« heißt 'Nahrung'. Die Symptome einer Vergiftung mit Helleborus reichen je nach Dosis von Erbrechen, Delirium, Bewußtlosigkeit und können sogar zum Tode führen. Jedes Gift hat aber auch eine heilende Wirkung, daher verwundert es nicht, das diese Pflanzen als Heilpflanze verwendet wurde. Sie wurde vor allem bei Geisteskrankheiten angewandt. Angeblich wurden mit dieser Pflanze Herakles, aber auch die Töchter des Königs Proitos vom Wahnsinn befreit. Ob das Heilmittel in diesem Zusammenhang wirklich hilft, sei dahingestellt.