Das der Ölpreis mit der zunehmenden Verknappung des Rohstoffs steigen wird, war schon in den Siebzigern absehbar und kommt nicht überraschend. Prognosen oder Warnungen in diese Richtung wurden - und werden immer noch - als grüne Schwarzmalerei abgetan. In Schweden führte diese Erkenntnis aber vor gut 30 Jahren zum Umdenken: es wurde eine Strategie entwickelt, mit der sich das skandinavische Land von Ölimporten unabhängig machen kann.
Das aufsehenerrende Ergebnis dabei ist: Das Land im Norden hat unbeachtet vom Rest der Welt bereits die Hälfte des Weges zurückgelegt. Nach Medienberichten der letzten Zeit reduzierten die Schweden ihren nationalen Ölverbrauch in den letzten 30 Jahren von 77% auf 34%, der Anteil an erneuerbarer Ernergie stieg im gleichen Zeitraum auf 25%. Eine enorme Leistung. Der nächste Schritt wird sein, in den kommenden Jahren den Ölverbrauch auf eine unwesentliche Menge zu reduzieren. Wie konnten die Schweden eine solche Leistung erzielen?
Ein Teil der Energie wird einfach eingespart. Entsprechende Bauvorschriften sorgen dafür, dass das Sparen von Heizenergie kein Privatengagement voraussetzt, sondern flächendeckend umgesetzt wird. Energie in Form von Kraftstoffen, vor allem für den Verkehr benötigt, wird in zunehmendem Maße aus Biomasse hergestellt. Diese Biomasse stammt heute schon aus den riesigen Wäldern des Landes. Um die Effektivität der Ausbeute zu steigern werden zusätzlich neue Verfahren entwickelt, die vor allem aus Holz einen flüssigen Kraftstoff erzeugen sollen. Ein willkommener Nebeneffekt dabei ist, das die CO2-Produktion bei der Verbrennung nur der Menge entspricht, die beim Wachstum der Pflanzen gebunden wurde.
Wie reagieren die Deutschen auf die aktuelle Situation am Ölmarkt? Statt die Chancen zu erkennen, die sich aus dieser für alle seit langem absehbaren Entwicklung ergeben, zeigt sich die aktuelle Regierung in gewohnter Weise als Spielball von Interessensverbänden, welche die Rückkehr zur Atomenergie betreiben oder Mammutprojekte wie Gaspipelines von Russland durch die Ostsee initiieren. Die Abhängigkeit Deutschlands, und damit auch der Verbraucher dieses Landes, gegenüber anderen Ländern bleibt erhalten, ausgetauscht wird nur der Rohstoff, vom dem man abhängig ist.
Eine Idee könnte sein, die angeblich zunehmend strukturarmen Gebiete in Nord- und Ostdeutschland für den Anbau von Biomasse und der Herstellung von Kraftstoffen zu begeistern. Damit ließe sich zwar der Bedarf an Energie in unserem Land nicht vollständig decken, aber es wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Und das einem viele kleine Schritte auch ein gutes Stück Weg voranbringen zeigen uns die Schweden.